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Hier stellen wir Ihnen regelmäßig Artikel und Beiträge zu den Themen von AUI-Business-Knigge Coaching und Training e. V. vor.

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PRESSEMITTEILUNGEN

Trinkgeld – auch etwa für Chefin oder Chef?, AUI November 2018

Trinkgeld – auch etwa für Chefin oder Chef?

Die Gepflogenheit, dass diese kein Trinkgeld bekommen sollten, hat sich überlebt. Wenn Führungskräfte dieselbe Leistung erbracht haben wie Angestellte, etwa in den typischen „Trinkgeldberufen“ – Gastronomie, Hotel- und Taxigewerbe, Haarstudio und vielen weiteren Dienstleistungsjobs –, ist es kein Tritt ins Fettnäpfchen mehr wie früher, den finanziellen Dank bei der Abrechnung dazuzugeben. Wer sich mit Blick auf alte Traditionen dabei besser fühlt, dies zum Beispiel im Restaurant mit einem Satz wie: „Für Ihr Team“ zu begleiten, begeht damit auch keinen Formfehler.

Etwas Grundsätzliches vorweg: Ein Trinkgeld ist in Deutschland ein freiwilliger Beitrag, der jedoch auf keinen Fall als Ersatz für einen verbalen Dank oder ein ausgesprochenes Lob für gute Leistung betrachtet werden kann. Es ist eine zusätzliche Gabe, sozusagen ein „Dankverstärker“, der in den entsprechenden Berufen in Deutschland üblich bleiben sollte. Hier einige Tipps zum Tip in verschiedenen Sparten:

Im Restaurant

Hier gilt die Faustregel: Zwischen fünf und zehn Prozent der Rechnungssumme sind als Trinkgeld angemessen. Bei berechtigter Kritik am Service ist es kein Fauxpas, sich auf „Heller und Cent“ herausgeben zu lassen.

Wollen Sie Ihr Lob durch „klingende Münze“ ausdrücken, runden Sie, bitte, nicht beispielsweise eine Rechnung von 28,80 Euro auf 29,00 Euro auf. Das wirkt eher wie ein Tadel. Bei kleineren Beträgen wiederum gibt es keinerlei Verpflichtung, bis zum nächsten vollen Euro dazuzulegen. Beispiel: Sie haben im Café 4,20 Euro zu bezahlen. Dann sind Sie mit 4,50 Euro durchaus im Rahmen, wenn Sie sich gut bedient gefühlt haben.

Sollten Sie auf einer Restaurantrechnung in Deutschland Hinweise zur Höhe des erwünschten Trinkgelds finden, brauchen Sie solche keinesfalls als bindend zu betrachten. Auch dann bleibt es in unserem Land unverändert, dass es sich um eine freiwillige Gabe handelt.

Im Hotel

Sind Sie in einem Hotel der gehobenen Kategorie zu Gast, sehen Sie am besten Bares für verschiedene Leistungen vor. Besonders angewiesen auf einen zusätzlichen Obolus sind zum Beispiel Pagen als Kofferträger. Zeigen Sie sich deshalb mit etwa 1 bis 2 Euro pro schwerem Gepäckstück erkenntlich. Gibt es eine für die Wagen der Gäste zuständige Person, die Ihnen die Arbeit des Autoparkens abnimmt, ist dafür ein Trinkgeld ab 2 Euro üblich. Das gilt ebenfalls, wenn sie Ihnen bei der Abreise Ihr Auto vor die Hoteltür stellt.

An der Rezeption erwartet niemand einen finanziellen Dank für Routine-Leistungen, beispielsweise Code-Karten beim Einchecken anfertigen, Zimmerschlüssel oder Veranstaltungs- und Stadtpläne herausgeben. Nehmen Sie jedoch für besondere Dienstleistungen Hilfe in Anspruch – wie Theaterkarten besorgen, Blumen oder Präsente organisieren, eine Stadtrundfahrt managen lassen – ist ein Trinkgeld ab 2 Euro, je nach Aufwand, angemessen.

Lassen Sie sich vom Roomservice Speisen oder Getränke auf Ihr Zimmer bringen, brauchen Sie die in der Gastronomie übliche „Fünf-bis-zehn-Prozentregel der Rechnungssumme“ nicht aufzustellen. Es ergibt für den Arbeitsaufwand der Servicekraft keinen Unterschied, ob sie zum Beispiel Speisen im Wert von 20 oder 50 Euro auf dem Wagen/Tablett zu Ihnen befördert. Eine Belohnung von etwa 2 Euro pro Auftrag ist empfehlenswert.

Zusatzwünschen im Bereich des Housekeeping wie zusätzliches Bettzeug, eine Vase oder Toilettenartikel bringen lassen, wird üblicherweise mit etwa 2 Euro honoriert. Bei der Abreise ist es Usus, ein Trinkgeld für diejenigen im Zimmer zu hinterlassen, die es in Ordnung gebracht und gepflegt haben – früher „Zimmermädchen“ genannt. Die Höhe richtet sich nach der Dauer des Aufenthalts sowie der Preiskategorie des Zimmers. Bewohnten Sie eine Woche eine Luxus-Suite, liegt es nahe, dass Sie großzügiger sein werden, als wenn Sie eine Nacht in einem „normalen“ Zimmer verbracht haben. Im letztgenannten Fall ist ein Betrag von 1 bis 2 Euro das Minimum.

Wohin Sie diesen Obolus legen ist unerheblich, wenn Sie ihn vor dem Auschecken platzieren. Wollen Sie sich bereits während Ihres Aufenthalts erkenntlich zeigen, ist es am sichersten, ihn der entsprechenden Person direkt zu geben. Der Grund: Die Gepflogenheiten und teils auch Anweisungen in den Hotels, von welcher Stelle und ob überhaupt Geld genommen werden darf, solange ein Gast eingecheckt ist, sind sehr unterschiedlich.

Im Taxi

Bei kürzen Fahrten wird in der Regel mindestens aufgerundet, etwa von 9,60 Euro auf 10 Euro. Immer vorausgesetzt, der Service war freundlich. Bei besonderem Engagement seitens der Befördernden ist etwas mehr Großzügigkeit angebracht. Beispiele: Ihnen wurde Gepäck bis zur Hotelrezeption gebracht, am Flugplatz ein Kofferkuli für Sie geholt oder mehrere Einkaufstüten wurden bis vor Ihre Haustür getragen. Dann sind 2 bis 3 Euro angemessen, wobei es „nach oben“ selbstverständlich wie in jeder Branche keinerlei Beschränkung gibt.

Im Haarstudio und Kosmetiksalon

Auch hier hilft die „Zwischen-fünf-und-zehn-Prozent-Berechnung“ bei der Entscheidung für die Höhe eines Trinkgeldes. Beispiel Frisiersalon: Für die Leistungen waschen, schneiden, föhnen sind 43 Euro zu bezahlen. Dann ist „die prozentuale Mitte“ in etwa ein Betrag um 3 Euro. Wenn mehrere Personen diese unterschiedlichen Arbeitsgänge ausgeführt haben, ist es Usus, den Betrag zu splitten, beispielweise 1 Euro für das Waschen – was oft von Auszubildenden übernommen wird – und 2 Euro für die Fachkraft, die für die weitere Abwicklung zuständig war. Beispiel Kosmetikbehandlung: Wenn sie 50 Euro kostet, liegt die entsprechende Spanne zwischen 2,50 Euro und 5 Euro.

Bei der Paketzustellung und Lieferservices

Bislang zählten Paketzustellende nicht zu den typischen Trinkgeldberufen in Deutschland. Dennoch war es schon immer eine wertschätzende Geste, ihnen wie auch anderen – etwa denen, die täglich pünktlich die Zeitung liefern – ein sogenanntes Weihnachtstrinkgeld zu geben. Wer diese Praxis dahingehend ändern möchte, bei jeder Zustellung eines Paketes den Dank für womöglich schweres Schleppen bis in den x-ten Stock auch mit einem Obolus zu unterstreichen, kann das ohne Fettnäpfchen-Gefahr tun. 1 bis 2 Euro pro schwerem Paket sind hier angemessen.

Bei Lieferdiensten, etwa einem Pizzataxi, fällt ein Weihnachtstrinkgeld meist aus, weil solche Dienstleistungen in der Regel von unterschiedlichen Personen rund ums Jahr ausgeführt werden. Da der Lieferumfang sehr unterschiedlich ist – er kann von einer Pizzaschachtel über zehn Salatboxen bis zu zig Platten oder Kisten reichen – lässt sich keine „Pi-mal-Daumen-Empfehlung“ für die Höhe eines Trinkgelds geben. Als Richtwert kann gelten: Eine Lieferung, die mit einem Gang zu Ihrer Wohnungstür erledigt ist, wird mit einem Obolus von 1 bis 2 Euro bedacht. Werden Ihnen hingegen beispielsweise mehrere Kisten Getränke sogar bis in den Keller geschleppt oder bekommen Sie ein ganzes Büffet geliefert, multiplizieren Sie am besten den eben genannten „Grund-Betrag“ mit der Zahl der dafür benötigten Wege.

Trinkgeld auf Reisen

Alles bislang Dargestellte zum Trinkgeldgeben bezieht sich auf innerdeutsche Gepflogenheiten. Bei Reisen in andere Länder ist es wichtig, sich vorher über die dort herrschenden Sitten auch mit Blick auf die Tips zu informieren. So kann einerseits ein Trinkgeld als Beleidigung empfunden werden – etwa weitgehend in Japan – als auch andererseits so gut wie Pflicht sein – Beispiel USA.

Bitte, den Veröffentlichungen einen kurzen Abriss zufügen für die Bearbeitenden im Journalismus, damit sie erkennen können, was der AUI eigentlich ist. Hier der Text aus dem Internet, der auch in Teilen verwendet werden könnte, etwa nur der erste Absatz oder die ersten beiden Absätze.

Aktuelle Empfehlung des Gremiums „Arbeitskreis Umgangsformen International“ (AUI), November 2018

Zwischen Kaffeeküche und Großraumbüro – Tipps für einen angenehmen Arbeitsalltag, AUI September 2018

Zwischen Kaffeeküche und Großraumbüro – Tipps für einen angenehmen Arbeitsalltag

Wer „Büromensch“ ist, kennt mit ziemlicher Sicherheit die kleinen Aufreger, die im Arbeitsalltag das Adrenalin steigen lassen. Beispiele: In der Kaffeeküche stapelt sich das dreckige Geschirr; wer auch immer zuletzt am Kopierer war, hat vergessen, Papier nachzufüllen; Kollegin X hält es mal wieder nicht für nötig, „Guten Morgen“ oder wenigstens „Hallo“ zu sagen; im Büro ist miefige Luft, doch Kollege Y friert, wenn das Fenster geöffnet wird und, und, und. Jedes für sich genommen mag als Kleinigkeit zu bezeichnen sein. Spätestens jedoch in der Summe kann daraus ein großes Ärgernis werden. Mit etwas gutem Willen und einer Portion Rücksichtnahme auf die Teammitglieder lassen sich solche Unmutsauslöser sehr einfach vermeiden.

Dazu einige Tipps:

1. Stellen Sie am besten gemeinsam bestimmte Spielregeln auf, an die sich alle im Team halten. Beispiele: Wer den Kopierer nutzt, stellt sicher, dass für die nächsten alles bereit ist, also weder Toner noch Papier aufgebraucht sind. Gleiches gilt, wenn Kaffee oder Tee zum Allgemeingut zählen. Benutztes Geschirr wird in der Kaffeeküche grundsätzlich sofort in die Spülmaschine gestellt, statt irgendwohin. Manche Arbeitsgemeinschaften berichten, dass die Einführung eines „Strafzolls“ bei Vergesslichkeit wahre Wunder gewirkt habe. Andere fanden ihn deshalb hilfreich, weil diese Kasse innerhalb eines Jahres so gut gefüllt war, dass das Team davon recht exquisit habe essen gehen können.

2. Je mehr Menschen sich ein Büro teilen, umso unerlässlicher ist es, den Geräuschpegel so gering wie möglich zu halten. In einem Großraumbüro ist dieser von Natur aus bereits für viele belastend. Ihn durch zum Beispiel ins Telefon Brüllen, laut Radio hören oder aus voller Kehle quer durch den Raum ein Gespräch führen noch zu erhöhen, beweist das Gegenteil von Rücksichtnahme.

3. Solche können Sie zeigen, wenn Sie beim Thema Raumtemperatur einkalkulieren, dass Menschen unterschiedliches Kälte- und Wärmeempfinden haben und entsprechend handeln. Gibt es Zugluftempfindliche oder schnell Frierende im Team, kann gelüftet werden, wenn diese gerade einmal den Raum verlassen haben oder in der Pause sind. Fällt diese Möglichkeit aus, ist es zumindest möglich, in Absprache mit ihnen das Offenstehen der Fenster auf eine von ihnen mitbestimmte Zeit zu begrenzen. Statt sie spöttelnd „Frostköttel“ zu titulieren, kann ihnen Wertschätzung gezeigt werden, indem ihre Bedürfnisse ernst genommen werden.

4. Ordnung zu halten am Schreibtisch ist immer wichtig. Unerlässlich ist dies, wenn es keine festen Arbeitsplätze gibt, somit diese ständig gewechselt werden.

5. Jegliche Art von Körperpflege sowie stark Duftendes, etwa Blumen, Speisen, Parfums und Ähnliches, sind in jedem Büro unangebracht, in dem mehr als eine Person arbeiten.

6. Vermeiden Sie es, in Abwesenheit eines Teammitglieds irgendetwas von dessen Schreibtisch zu nehmen. Das ist ein Eingriff in das persönliche Territorium, der fast unausweichlich Abwehrreaktionen hervorruft und somit zu unschönen Auseinandersetzungen führen kann.

7. Gönnen Sie den mit Ihnen Arbeitenden, bitte, alle Höflichkeitsgesten, die Sie auch anderen Menschen zukommen lassen. Angefangen beim freundliche Gruß am Morgen, über beispielsweise die „Zauberwörter“ „Bitte“ und „Danke“, kleine Hilfeleistungen wie etwas Heruntergefallenes aufheben bis hin zum guten Feierabendwunsch bietet sich Ihnen zig Mal am Tag die Gelegenheit, mit solchen Zeichen der Wertschätzung den Arbeitsalltag leichter und angenehmer werden zu lassen – und zwar beileibe nicht nur für die anderen, sondern besonders für Sie selbst. Denn: Ein altes Sprichwort ist unverändert aktuell: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!“

Aktuelle Empfehlung des Gremiums „Arbeitskreis Umgangsformen International“ (AUI), September 2018

9 Tipps für das nächste „Public Viewing“, AUI Juni 2018

9 Tipps für das nächste „Public Viewing“

Der Begriff „Public Viewing“ hat sich – entgegen der englischen Bedeutung: „öffentliche Leichenschau beziehungsweise Aufbahrung“ – in Deutschland für Besuche allgemein zugänglicher Liveübertragungen durchgesetzt. Diese geben vielen der Anwesenden ein gewisses Freiheitsgefühl, welches manche so ausleben, dass es andere einschränkt. Bei steigenden Teilnahmezahlen ist jedoch gegenseitige Rücksichtnahme eine unabdingbare Voraussetzung. Dazu einige Tipps:

1) Rücksichtsvolle Zuschauenden werden bei den Übertragungen die weiteren Gäste nicht belästigen, sei es bei der Freude über einen Sieg oder bei der Enttäuschung über eine Niederlage ihres Teams oder ihres Favoriten.

2) Während der Übertragung sollten ausholende Bewegungen vermieden werden. Da das Publikum dicht gedrängt vor den Übertragungswänden steht, kann es schneller zu Körperkontakten kommen, als in anderen Situationen. Deshalb ist es wichtig, besonderen Wert darauf zu legen, die intime Distanzzone der Mitschauenden wenn eben möglich zu respektieren.

3) Es ist ratsam, Freizeitbekleidung zu tragen. Zu Knappes oder Bade- beziehungsweise Strandbekleidung eignet sich nur, wenn die Veranstaltung an entsprechenden Orten stattfindet.

4) Auch unter freiem Himmel ist es wie in geschlossenen Räumen angebracht, Smartphones oder Handys stummzuschalten.

5) Wenn eine Person ihren Steh- oder Sitzplatz für kurze Zeit verlässt, zeigen Sie sich höflich, wenn Sie ihr diesen Platz nach der Rückkehr wieder überlassen.

6) Es empfiehlt sich, Haustiere daheim zu lassen. Für sie bedeuten großes Gedränge und Massenansammlungen puren Stress. Gleiches gilt für manche Menschen, wenn sie etwa Aversionen gegen oder Angst vor Tieren haben.

7) Besonders bei Übertragungen von Fußballspielen ist es wichtig, dass Äußerungen über das gegnerische Team sowie einzelne Spielerinnen und Spieler auf keinen Fall rassistisch, verletzend oder beleidigend sind.

8) Das Mettbrötchen in der einen und den heißen Kaffee in der anderen Hand sind aus Hygiene- und Sicherheits-Gründen zu vermeiden. Essen und trinken Sie besser am Rand der Veranstaltung, zum Beispiel an einem Stehtisch, wenn vorhanden.

9) Zur Sicherheit: Regenschirme sollten zu Hause bleiben. Wählen Sie bei schlechtem Wetter am besten Regenbekleidung. Glasflaschen und Gläser sind meistens ohnehin verboten, Feuerwerkskörper („Pyros“) immer.

Aktuelle Empfehlung des Gremiums „Arbeitskreis Umgangsformen International“ (AUI), Juni 2018

Geldgeschenke und Gutscheine – oft gewünscht, genauso oft lieblos verschenkt, AUI Mai 2018

Geldgeschenke und Gutscheine – oft gewünscht, genauso oft lieblos verschenkt

Ob Geburtstag, Hochzeit, Hochzeitsjubiläum oder andere Anlässe: Gutscheine und Geldgeschenke erfreuen sich großer Beliebtheit. Da es in der heutigen Zeit nicht mehr verpönt ist, bestimmte Wünsche bereits mit einer Einladung bekanntzugeben, wird oft direkt um beispielsweise eine finanzielle Unterstützung gebeten. Besonders häufig findet sich das bei Hochzeitseinladungen.

Einen solchen Wunsch zu erfüllen, gebietet die Höflichkeit. Dann allerdings das Geld einfach in einen Umschlag zu stecken und vor Ort zu übergeben, ist nur dann empfehlenswert, wenn entweder ein Hinweis darauf gegeben wird – etwa: „Wir werden eine kleine Schatztruhe aufstellen für Eure freundlichen Gaben“ – oder es in einer Region bekanntermaßen bei einer Hochzeit so üblich ist. Doch selbst dann ist es nicht „verboten“, sich etwas mehr Mühe zu geben bei der Gestaltung eines Geldgeschenks oder eines Gutscheins.

In allen anderen Fällen gilt: Bekommt jemand innerhalb des Familien- oder Freundschaftskreises ein paar Scheinchen auf „Trinkgeld-Manier“ in die Hand gedrückt oder einfach in einem Umschlag überreicht, ist die Gefahr groß, dass die Freude erheblich getrübt wird. Auch eine im Geschäft gekaufte aufgeladene Plastikkarte oder ein Gutschein-Vordruck wirkt ohne ein paar persönliche Worte einfalls- bis lieblos, zumindest äußerst langweilig. Die Aufmachung eines solchen Präsentes ist stark mitentscheidend, ob es eine unbeliebte oder geschätzte Gabe wird.

Investieren Sie deshalb am besten etwas Zeit, Kreativität und Fantasie in die Gestaltung. Damit zeigen Sie Beschenkten, dass Sie sich mit der liebevollen Ausstaffierung Mühe gegeben haben, dem Allerwelts-Geschenk eine persönliche Note zu verleihen. Wer Basteltalent hat, kann diese Fähigkeit nach Herzenslust ausleben. Sollte es an Ideen mangeln, finden Sie Anregungen in entsprechenden Büchern oder im Internet.

Selbst handwerklich wenig Begabte und total Ungeübte brauchen nicht zu verzweifeln. In Floristikgeschäften und Konditoreien helfen Profis weiter. Außerdem kann ein ansprechendes Geldgeschenk auch ohne Bastel-Fähigkeiten kreiert werden. Beispiele: Münzen und/oder Scheine zusammen mit Süßigkeiten in ein Glas oder eine Dose geben; einen gerollten Geldschein an eine zum Anlass passende (lustige) Figur binden; einen Blütenzweig oder kleinen Kranz mit Geld und Schleifen schmücken; einen im Geschäft gekauften Gutschein in einen Blumenstrauß einbinden lassen oder ihm einige handschriftliche Zeilen in einer hübschen Karte oder als längeren Brief zufügen und beides zusammen ansprechend verpacken.

Aktuelle Empfehlung des Gremiums „Arbeitskreis Umgangsformen International“ (AUI), Mai 2018

Das Höflichkeits-Recht bleibt unbestritten: geschlechtergerechte Sprache, AUI März 2018

Das Höflichkeits-Recht bleibt unbestritten: geschlechtergerechte Sprache

Auch wenn laut Urteil des Bundesgerichtshofs Frauen kein einklagbares Recht darauf haben, auf Formularen in der weiblichen Form genannt zu werden, bleibt davon ein anderes unbenommen: Das Höflichkeits-Recht. Die Zahl derer, die das nach wie vor anzweifeln oder die sich damit noch gar nicht beschäftigt haben, wird sich vermutlich durch die Entscheidung des BGH kaum verringern. Viele halten eine geschlechtergerechte Sprache immer noch für „total übertrieben“, „schlecht lesbar“ oder für einen „völlig überflüssigen Geschlechterkampf in Wort und Schrift“. Dabei geht es um ganz anderes: Sprache ist bewusstseinsbildend, hat klar zu sein, und alle sollten sich darin wiederfinden.

Zugegeben: Solche positiven Effekte entstehen nur dann, wenn diese Art der Sprache mit Sinn und Verstand angewandt wird, Übertreibungen sowie Fehler vermieden werden. Bestrebungen, in aus Frauen und Männern zusammengesetzten Gruppen auf ausschließlich weibliche Diktion zurückzugreifen, etwa in Grundordnungen, erfüllen dieses Kriterium auf keinen Fall. Sie sind den Männern gegenüber unhöflich. Mögliche Erklärungen für eine solche Entscheidung, etwa, dass Schrägstrichversionen und Doppelungen lese-unfreundlich seien – was unbestritten stimmt! –, sind fehl am Platz. Der Grund: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, einen Text ohne (innen), /-innen oder ständige Wiederholungen so zu gestalten, dass er gut lesbar ist und dennoch beiden Geschlechtern die Präsenz und damit die notwendige Wertschätzung zuerkennt. Dazu hier einige Tipps:

Die 13 wichtigsten Tipps für einen Frauen wie Männern gegenüber geschlechtergerechten Schreib- und Sprachstil

1. Beweisen Sie Frauen wie Männern Ihre Wertschätzung, indem Sie beide Geschlechter sprachlich erscheinen lassen.

2. Vermeiden Sie Übertreibungen und Fehler. Wortschöpfungen wie „Menschin“, „Kasperin“, „Mitgliederin“ oder „Kinderinnen“ sind schlechtes Deutsch. Auch ist es völlig unnötig, englische Begriffe wie „Teenager“ mit einem „in“ zu versehen.

3. Wählen Sie in schriftlichen Anreden stets die ausgeschriebenen Doppelformen. Statt zum Beispiel: „Sehr geehrte/r Kunde/in“ – was zusätzlich ein Duden-Fehler wäre – besser: „Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde“. Die Zweifach-Nennung ist auch bei mündlichen Anreden die wertschätzendste Form, etwa: „Liebe Mitarbeiterinnen und liebe Mitarbeiter.“ Zu viele Doppelungen bergen allerdings die Gefahr, dass Texte ungern gehört oder gelesen werden. Negativ-Beispiel: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können zur Firmenfeier Ihre Freundlinnen und Freunde mitbringen. Dann, bitte, unbedingt einer unserer Abteilungsleiterinnen oder einem unserer Abteilungsleiter die genaue Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer vorher mitteilen.“ Um wie viel flüssiger liest sich diese Information so: „Alle Betriebsangehörigen können zur Firmenfeier Gäste mitbringen. Dann, bitte, unbedingt Ihrer Teamleitung die genaue Personenzahl vorher mitteilen.“

4. Entscheiden Sie sich am besten überhaupt nur in Ausnahmefällen für Schrägstrich- oder Klammerversionen, etwa bei Platzmangel in Tabellen.

5. Verwenden Sie so oft es geht geschlechtsübergreifende Begriffe. Beispiele: Angestellte, Team/Teammitglied, Belegschaft/Belegschaftsmitglied, Beschäftigte, Betriebsangehörige, Fachkraft statt „der/die Mitarbeiter“. Vorgesetzte, Führungskraft, Führungspersonen statt „der Chef“ oder „Manager“.

6. Setzen Sie soweit möglich Verlaufsformen ein. Beispiele: Studierende, Gastgebende, Interessierte, Mitarbeitende statt Studenten, Gastgeber, Interessenten, Mitarbeiter.

7. Weichen Sie auf Wörter wie Mensch, Person, Individuum, Gegenüber, Kind, Eltern, Gruppe, Bekannte, Verwandte, (Familien-) Mitglied aus, um geschlechtergerecht zu formulieren.

8. Integrieren Sie weibliche Formen, indem Sie „die oder der“ nutzen. Besonders einfach ist das bei Personenbezeichnungen, die aus Adjektiven und Partizipien abgeleitet sind, wie: die oder der Betroffene, Kranke, andere, Schnellste, Jugendliche, Ältere, Jüngste, Tüchtigste.

9. Greifen Sie dort, wo es ohne Sinnentstellung möglich ist, auf Plural anstelle von Singular zurück. Beispiele: „Erwachsene sollten wissen …“ statt „Der Erwachsene sollte …“ „Reisende sind gut beraten, wenn …“ statt „Der Reisende ist gut …“ „Geschädigte wenden sich, bitte, an ihre Versicherung mit …“ statt: „Der Geschädigte wende sich …“

10. Nutzen Sie Relativsätze. Beispiele: „Alle, die an dem Seminar teilnehmen, bekommen ein Zertifikat“ statt „Die Teilnehmer an diesem Seminar bekommen ...“ Auch das Wort „diejenigen“ eignet sich dafür hervorragend: „Wir bitten diejenigen, die im Unternehmen für die Weihnachtsfeier zuständig sind ...“ statt „Wir bitten die Mitarbeiter, die …“ Aus „Der Zuständige soll sich …“ kann problemlos „Die Person, die zuständig ist, soll sich …“ werden. Auch möglich: „Wer zuständig ist, soll sich …“ Wichtig dabei: Lassen Sie in solchen „Wer-Konstruktionen“ nach dem Komma das Wort „der“ heraus. Wer es ernst meint mit der geschlechtergerechten Sprache, DER hätte nämlich mit dem „der“ das Rad wieder auf „rein männlich“ zurückgedreht!

11. Entschließen Sie sich so oft es geht zu einer direkten Sie-Ansprache. Statt:

„Neukunden können einen Neukunden-Rabatt von 10 Euro von der ersten Bestellung abziehen“ besser: „Wenn Sie das erste Mal bei uns einkaufen, können Sie einen Willkommens-Rabatt von 10 Euro von Ihrer Rechnung abziehen.“

12. Beziehen Sie sich auf konkrete Beispiele. Beschreiben Sie eine bestimmte Situation und stellen vorher klar: Es handelt sich in diesem geschilderten Fall um etwa eine Chefin und ihren Mitarbeiter, um einen Verkäufer und einen Kunden oder um zwei Freundinnen. Dann sind geschlechtsübergreifende Wörter nicht notwendig. Verdeutlichen Sie in solchen Fällen die Beispielhaftigkeit, indem Sie darauf hinweisende Wörter wie „zum Beispiel“, „etwa“, „wie“ oder „beispielsweise“ verwenden.

13. Umgehen Sie sprachliche Fettnäpfchen wie „weibliche Mitarbeiter“. Was, bitte, soll man sich darunter (oder etwa unter einem „weiblichen“ Fahrer/Kunden/Chef) vorstellen? Sind das Männer, die feminine Züge aufweisen, sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen haben oder in Frauenkleidung daherkommen? Auch Formulierungen wie: „Sie war der erste weibliche Minister“ sollten – das steht sogar in einem Duden – vermieden werden. Ebenfalls unsinnig sind Kombinationen wie „Frauen und ihre männlichen Kollegen sind gleichermaßen …“, „Frauen sollen männlichen Bewerbern gegenüber …“ Sinnvoll sind solche Zusätze nur dann, wenn ein geschlechtsneutrales Wort folgt. Beispiele: „weiblicher Fan“, „männliche Jugendliche“, „weibliche Person“, „männlicher Stargast“, „weibliche Teenager“.

Aktuelle Empfehlung des Gremiums „Arbeitskreis Umgangsformen International“ (AUI), März 2018

Die Kunst des Umgangs mit Menschen besteht darin, sich geltend zu machen, ohne andere unerlaubt zurückzudrängen.

Adolph Freiherr Knigge